Zum Inhalt springen
Impulse Management

Welche Gebühren behält OnlyFans vom Umsatz ein?

3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-19

Die bekannte Zahl lautet zwanzig Prozent. Sie stimmt, ist aber nur der erste Posten einer längeren Rechnung. Wer wissen will, was am Monatsende übrig bleibt, muss weiterrechnen.

Die Plattformgebühr

OnlyFans behält zwanzig Prozent des Umsatzes ein, dir werden achtzig Prozent gutgeschrieben. Das gilt einheitlich für Abonnements, Trinkgelder, kostenpflichtige Nachrichten und Beiträge.

Diese Gebühr wird direkt bei der Transaktion abgezogen. In deiner Übersicht siehst du deshalb bereits den Nettobetrag, nicht den Bruttobetrag, den der Kunde bezahlt hat.

Was viele übersehen

Die zwanzig Prozent sind nicht die einzige Position. Dazu kommen typischerweise:

  • Gebühren des Auszahlungswegs, je nach gewählter Methode und Bank
  • Wechselkursaufschläge, wenn in Fremdwährung abgerechnet und in Euro gutgeschrieben wird
  • Rückbuchungen, wenn ein Kunde eine Zahlung bestreitet

Besonders der Wechselkurs wird unterschätzt. Zwischen dem Kurs, den du in einer Suchmaschine siehst, und dem Kurs, den deine Bank ansetzt, liegt regelmäßig ein spürbarer Unterschied.

Und dann kommt der Staat

Von dem, was ankommt, sind Steuern und je nach Land Sozialabgaben zu zahlen. Das ist keine Gebühr der Plattform, gehört aber in dieselbe Rechnung, weil es denselben Betrag mindert.

Wer nur die zwanzig Prozent im Kopf hat und den Rest als verfügbar betrachtet, hat im zweiten Jahr ein Problem.

Wie du realistisch rechnest

Nimm den Bruttoumsatz. Ziehe die Plattformgebühr ab. Ziehe die Auszahlungs- und Wechselkurskosten ab. Ziehe deine Rücklage für Steuern und Abgaben ab, deren Höhe dir dein Steuerberater nennt. Erst was dann übrig ist, ist frei verfügbar.

Diese Rechnung einmal aufzuschreiben und für dich zu behalten, verändert die Wahrnehmung des eigenen Umsatzes erheblich.

Was du beeinflussen kannst

Die Plattformgebühr nicht. Beeinflussbar sind der Auszahlungsweg, die Häufigkeit der Auszahlungen und der Anteil des Umsatzes, der über teure Umwege läuft.

Wer viele kleine Auszahlungen macht, zahlt Fixkosten mehrfach. Wer sammelt, spart, muss aber die eigene Liquidität im Blick behalten.

Was mit Rückbuchungen passiert

Bestreitet ein Kunde eine Zahlung, wird der Betrag zurückgebucht und kann von deinem Guthaben abgezogen werden, auch wenn er bereits freigegeben war. Häufen sich solche Fälle, führt das zu zusätzlichen Prüfungen.

Das ist einer der Gründe für die Haltefrist vor der Auszahlung.

Was eine Agentur hier ändert

Nichts an der Plattformgebühr. Ein Management verdient an dem, was nach den zwanzig Prozent bei dir ankommt, und arbeitet daran, diesen Betrag zu vergrößern. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, ob der Zuwachs größer ist als der Anteil, den es kostet.

Genau diese Frage sollte man vor einer Zusammenarbeit durchrechnen, nicht danach.

Ein Rechenbeispiel

Nimm tausend Euro Bruttoumsatz in einem Monat. Nach der Plattformgebühr bleiben achthundert Euro. Rechne großzügig zehn bis zwanzig Euro für Auszahlung und Wechselkurs ab, dann sind es rund siebenhundertachtzig.

Davon geht deine Rücklage für Steuern und Sozialversicherung ab. Wie hoch die ausfällt, hängt von deinem Gesamteinkommen ab und gehört in die Hand deines Steuerberaters. Setzt du zur Veranschaulichung ein Drittel an, bleiben etwa fünfhundertzwanzig Euro frei verfügbar.

Aus tausend Euro Umsatz werden so gut die Hälfte. Diese Rechnung einmal für deine eigenen Zahlen zu machen, verändert die Planung mehr als jede Umsatzsteigerung.

Wenn du deine Zahlen einmal sauber aufstellen willst

Wir gehen mit Creatorn diese Rechnung durch, ehrlich und mit den echten Zahlen. Wenn dabei herauskommt, dass sich eine Zusammenarbeit für dich nicht lohnt, sagen wir das auch.

Weitere Beiträge