Was passiert mit meinen Daten bei der Altersverifizierung auf OnlyFans?
3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-19
Ausweisdokument und Selfie hochzuladen fühlt sich unangenehm an, gerade in diesem Zusammenhang. Es lohnt sich zu wissen, was dabei tatsächlich passiert, statt sich auf ein diffuses Unwohlsein zu verlassen.
Wer die Daten verarbeitet
Die Prüfung übernimmt in aller Regel nicht die Plattform selbst, sondern ein spezialisierter externer Dienstleister. Diese Unternehmen führen Ausweisprüfung und biometrischen Abgleich für viele Plattformen durch.
Das bedeutet: Deine Daten liegen bei mindestens zwei Stellen, der Plattform und dem Prüfdienst. Beide sind eigenständig verpflichtet, sie zu schützen.
Was geprüft wird
Geprüft wird, ob das Dokument echt ist, ob das Geburtsdatum ein Alter über achtzehn ergibt und ob die Person auf dem Selfie mit der Person auf dem Dokument übereinstimmt. Dafür werden biometrische Merkmale aus dem Gesicht berechnet.
Biometrische Daten gehören nach der DSGVO zu den besonders geschützten Datenkategorien. Ihre Verarbeitung braucht eine ausdrückliche Rechtsgrundlage, und dafür bestehen strengere Anforderungen als für gewöhnliche Daten.
Wie lange gespeichert wird
Das ist der Punkt, an dem sich Anbieter unterscheiden. Manche löschen das Bildmaterial nach erfolgreicher Prüfung und behalten nur das Ergebnis, also die Bestätigung der Volljährigkeit. Andere speichern länger, weil sie gegenüber Aufsichtsbehörden nachweisen müssen, dass geprüft wurde.
Verlass dich nicht auf Annahmen. Die konkrete Frist steht in der Datenschutzerklärung der Plattform und des Prüfdienstes, und du darfst sie erfragen.
Welche Rechte du hast
Nach der DSGVO stehen dir unter anderem zu:
- Auskunft darüber, welche Daten gespeichert sind
- Berichtigung falscher Angaben
- Löschung, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht entgegensteht
- Einschränkung der Verarbeitung
- Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde
Diese Rechte gelten auch gegenüber Unternehmen außerhalb der EU, wenn sie sich an Nutzerinnen und Nutzer in der EU richten.
Wo die Grenze der Löschung liegt
Ein Löschantrag führt nicht automatisch dazu, dass alles verschwindet. Der Nachweis, dass eine Altersprüfung stattgefunden hat, unterliegt regelmäßig einer Aufbewahrungspflicht. Gelöscht werden können aber häufig die Rohbilder, während nur das Prüfergebnis bleibt.
Genau danach solltest du fragen, statt pauschal Löschung zu verlangen.
Was du selbst tun kannst
Lade nur das hoch, was verlangt wird, und nicht mehr. Nutze die offizielle Oberfläche der Plattform und niemals einen Link aus einer E-Mail, denn genau diese Situation wird für Betrugsversuche ausgenutzt.
Schwärze nichts auf dem Dokument, das führt nur zur Ablehnung. Lösche die Aufnahmen anschließend von deinem Gerät und aus der Cloud-Synchronisierung.
Ein häufiger Betrugsversuch
Es kursieren Nachrichten, die angeblich von der Plattform stammen und zu einer erneuten Verifizierung auffordern. Sie führen auf nachgebaute Seiten. Eine echte Plattform fordert dich nicht per Nachricht auf, Ausweisdaten über einen externen Link einzureichen.
Im Zweifel: Nichts anklicken, selbst zur Plattform navigieren und dort nachsehen.
Wie du eine Auskunft anforderst
Eine Auskunft nach Artikel 15 DSGVO ist formlos möglich. Eine E-Mail an die Datenschutzadresse des Unternehmens genügt, mit der Bitte um Auskunft über alle zu deiner Person gespeicherten Daten, den Zweck der Verarbeitung, die Speicherdauer und die Empfänger.
Schreibe getrennt an die Plattform und an den Prüfdienst, denn beide sind eigenständig verantwortlich. Die Frist beträgt in der Regel einen Monat.
Bewahre den Schriftverkehr auf. Falls keine oder eine unvollständige Antwort kommt, ist er die Grundlage für eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, und die ist ebenfalls kostenlos.
Wenn du unsicher bist
Wir gehen mit Creatorn durch, welche Daten wo liegen und welche Anfragen sich lohnen. Wenn du dazu Fragen hast, sprich uns an, das Gespräch ist unverbindlich.
