Muss ich mein OnlyFans-Einkommen in Österreich versteuern?
3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-19
Ja. Einnahmen aus OnlyFans sind in Österreich steuerpflichtig, auch wenn die Plattform im Ausland sitzt und in Fremdwährung abrechnet. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Bereiche, die dabei zusammenkommen. Er ersetzt keine Steuerberatung, und genau das ist der wichtigste Satz darin.
Um welche Abgaben es geht
In der Praxis treffen drei Bereiche zusammen, die oft verwechselt werden:
- Einkommensteuer auf den Gewinn, also Einnahmen abzüglich Betriebsausgaben
- Umsatzsteuer, abhängig davon, ob du unter die Kleinunternehmerregelung fällst
- Sozialversicherung über die SVS, sobald eine selbständige Tätigkeit vorliegt
Jeder dieser Bereiche hat eigene Grenzen und eigene Fristen. Wer nur an die Einkommensteuer denkt, wird meist von der SVS überrascht.
Einkommensteuer
Versteuert wird der Gewinn, nicht der Umsatz. Betriebsausgaben mindern die Bemessungsgrundlage, etwa Ausrüstung, anteilige Internetkosten, Software oder Gebühren.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Maßgeblich ist in der Regel, wann das Geld zugeflossen ist, nicht wann es verdient wurde. Auszahlungen kurz vor Jahreswechsel gehören daher genau geprüft.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
Unterhalb einer bestimmten Umsatzgrenze kann die Kleinunternehmerregelung greifen. Dann wird keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt, im Gegenzug entfällt der Vorsteuerabzug.
Die Grenze wurde in den letzten Jahren angehoben, und die Regeln für Leistungen an ausländische Unternehmen sind gesondert zu betrachten. Verlass dich hier bitte nicht auf Zahlen aus einem Forum, sondern auf den aktuellen Stand deines Steuerberaters.
Sozialversicherung über die SVS
Selbständige Tätigkeit bedeutet in Österreich in aller Regel Pflichtversicherung bei der SVS. Es gibt Grenzen, unterhalb derer eine Ausnahme möglich ist, und diese Grenzen hängen davon ab, ob du daneben angestellt bist.
Die SVS schreibt Beiträge zunächst vorläufig vor und rechnet später nach. Genau diese Nachbemessung trifft viele im dritten Jahr unvorbereitet, weil das Geld längst ausgegeben ist.
Warum Rücklagen die wichtigste Gewohnheit sind
Steuer und Sozialversicherung kommen zeitversetzt. Im ersten Jahr fühlt sich alles nach Gewinn an, im zweiten und dritten kommen die Bescheide für zurückliegende Zeiträume.
Ein eigenes Konto, auf das du bei jeder Auszahlung sofort einen festen Anteil überweist, verhindert die häufigste Krise in diesem Geschäft. Welcher Anteil sinnvoll ist, rechnet dir dein Steuerberater aus.
Was du von Anfang an aufheben solltest
Alle Auszahlungsbelege der Plattform, Kontoauszüge, Rechnungen über Ausrüstung und Software sowie Nachweise über Wechselkurse. Digitale Ablage nach Monaten reicht völlig, sie muss nur lückenlos sein.
Wann spätestens ein Steuerberater dazugehört
Sobald regelmäßige Einnahmen fließen. Die Kosten dafür sind Betriebsausgaben, und die Beträge, um die es bei Fehlern geht, liegen meist deutlich darüber. Achte darauf, dass die Kanzlei mit digitalen Einkünften und Auslandsplattformen vertraut ist.
Wenn du nebenbei angestellt bist
Viele starten neben einem Job oder dem Studium. Steuerlich bedeutet das, dass die selbständigen Einkünfte zu den bereits versteuerten Einkünften hinzukommen und den Steuersatz auf das Gesamteinkommen beeinflussen können.
Außerdem gelten bei der SVS andere Grenzen, wenn bereits eine Pflichtversicherung über das Dienstverhältnis besteht. Das kann günstig sein, kann aber auch dazu führen, dass ab einer bestimmten Höhe zusätzliche Beiträge anfallen.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Manche Arbeitsverträge enthalten Klauseln zu Nebentätigkeiten. Ein Blick in den eigenen Vertrag kostet zehn Minuten und erspart unangenehme Gespräche.
Wenn du dabei nicht allein dastehen willst
Wir arbeiten mit Steuerberatern zusammen, die dieses Geschäft kennen, und begleiten Creator beim Aufsetzen der Struktur. In einem Erstgespräch klären wir, was in deinem Fall ansteht und in welcher Reihenfolge.
